Fortschritte trotz des nationalen Benzinproblems

Bei einem Treffen mit Lama Lekshe (Verantwortlicher für den Bau von Arya Tara Ling) zeigte er mir die Fortschritte des Baus von Arya Tara Ling.

Nach langen Bauarbeiten wurde der Kanal fertigstellt.

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Im zweiten Stock wurde in eingen Räumen Estrich verlegt . Außerdem wurde das Treppengeländer angebracht.

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Die Rahmen der Fenster im Obergeschoss wurde gefertigt und eingesetzt. Die Fensterscheiben werden im Laufe der nächsten Woche geliefert.

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Um die Küche und die sanitären Anlagen im Erdgeschoss fertig zu stellen, werden dringend Rohre und Kabel benötigt, doch die Beschaffung dieser stellt sich , aufgrund der Grenzschließung zwischen Nepal und Indien, als sehr schwierig heraus.

Lama Lekshe ist dennoch zuversichtlich, das sobald die Rohstoffe wieder verfügbar sind, Arya Tara Ling schnell fertig gestellt werden kann.

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Ressourcenknappheit

Die Grenze zwischen Indien und Nepal ist immernoch geschlossen . Nach mittlerweile zwei Monaten der Entbehrung sind alle Ressourcen an Benzin, Diesel und Gas erschöpft!

Nicht nur die Schlange der wartenden Menschen wird länger , sondern auch der Ärger unter der Bevölkerung wächst.

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Es kommt immer wieder zu Ausschreitungen zwischen Polizei und den wartenden Menschen. Die Preise für Benzin, Diesel und Gas sind um 500% gestiegen.

Nicht nur die Lebensgrundlage der Menschen schwindet immer mehr, auch die Mobilität wird immer weiter eingeschränktr. Die lokalen Medien berichten darüber, dass Menschen aufgrund mangelnder Versorgung mit Medikamenten in ländlichen Regionen gestorben sind. Auch ein Gespräch mit Dr.Tsering, welcher in der Benchen Free Clinic arbeitet, bestätigte mir dieses.

Ein großes Problem stellt die momentane Situation auch für die Lehrerinnen der kleinen Benchen Mönche dar. Die tägliche Fahrt von Swayambhu nach Pharping wird zur Herausforderung. Der Fahrer muss bis zu zwei Tage warten, bis er an die Reihe kommt , und seine wöchentliche Ration von 10 l Benzin bekommt. Jeden Tag aufs Neue ist es ungewiss, ob sie die ca 20 Kilometer lange Fahrt nach Pharping zurücklegen können oder nicht. Als Alternative bleibt ihnen die Fahrt mit dem Taxi, doch auch die Preise hierfür sind explosionsartig gestiegen.

Die Probleme haben auch Auswirkungen auf den Bau von Arya Tara Ling.

Die Baustoffe werden zu 80 Prozent aus Indien importiert. Wichtige Elemente wie beispielsweise Rohre ,Kabel, Zement etc. sind deshalb nicht verfügbar und die vorhanden Ressourcen sind nahezu erschöpft. Die Preise für die Baustoffe, welche noch in Nepal verfügbar sind, gibt Preissteigerungen von über 150 %. Dennoch wird mit den Materialen, die aufgetrieben werden können, der Bau von ATL weiter vorangetrieben. Eine genaue Beschreibung der Bauarbeiten gibt es hier.

Umgebung von Arya Tara Ling

Arya Tara Ling entsteht unter ganz besonderen Umständen.

So wird Arya Tara Ling das erste Nonnenkloster in der Benchen Tradition. Und es wird zu einer Zeit gebaut, wo erstmals in der Geschichte des tibetischen Buddhismus auch für Nonnen die Möglichkeit besteht, sich voll zu ordinieren.

Zwei historische Ereignisse treffen zusammen, doch damit nicht genug!

Denn eingebettet ist Arya Tara Ling in die wundervolle Umgebung von Pharping.

Ein Dorf, ca 20 Kilometer von Kathamandu entfernt, mit vielen heiligen buddhistischen sowie hinduistischen Orten.

Genaue Informationen über diese zauberhafte Umgebung könnt ihr hier nachlesen.

Interview

Die zukünftigen Nonnen von Arya Tara Ling werden bestens ausgebildete Nonnen sein, welche einen sehr mühevollen Weg eingeschlagen haben und durch Arya Tara Ling die Chance bekommen, ihre Praxis auszuführen.

Dieses Projekt ist also absolut einmalig, denn vielen der bereits bestehenden Nonnenklöster erfahren erst jetzt davon, das eine volle Ordination auch für Nonnen möglich ist.

Hingegen werden einige der Nonnen von Arya Tara Ling , die ersten Gelongmas (tib: voll ordinierte Nonne) sein. So wird Arya Tara Ling als eines der Vorbilder für die Bewegung der Gleichstellung der Frauen im tibetischen Buddhismus stehen.

Ein Interview mit einer der ältesten Nonnen von der Tek Chok Ling Nunnery in Boudha, bestätigte mir das, denn sie erzählte mir, wie überaus wichtig sie die Möglichkeit findet, das sich Nonnen voll ordinieren können.

Es trägt zu der Gleichstellung der Frauen im tibetischen Buddhismus bei und lässt die Chance entstehen, das sich Nonnen und Mönche auf Augenhöhe begegnen können. Nonnen und Mönche haben die Chance, den selben Wissensstand zu erwerben und zu praktizieren.

Ani Jampa, welche mir das Interview gab, erklärte nachdrücklich, das die Entscheidung sich voll zu ordinieren eine weitreichende wäre. Denn die Ausbildung einer vollen Ordination benötigt viel Zeit und Durchhaltevermögen. Sie erfordert große körperliche ,sowie geistige Stärke.

So freue ich mich jetzt schon darauf, die zukünftigen Nonnen von Arya Tara Ling kennenzulernen.

Unterricht in Arya Tara Ling

Um die kleinen Benchenmönche zu unterrichten , welche aufgrund des Erdbebens  von dem Klostergelände in Swayambhu (nähe von Kathmandu) nach Pharping umgezogen sind, fahren die Lehrerinnen jeden Tag, bis auf Samastag (Day Off in Nepal)  von Kathmandu nach Pharping.

Der Unterricht der Mönche beginnt gegen 9 Uhr und endet um 16 Uhr. Sie lernen Englisch, Tibetisch, Nepali und Mathe.

Die Schule der kleinen Mönche befindet sich vorrübergehend in dem Erdgeschoss von Arya Tara Ling.

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Um die Räume für den baldigen Einzug der Nonnen fertigzustellen, wird die Schule der kleinen Mönche bald in die obere Etage umziehen, sodass der Fußboden, und einige letzte Feinschliffe (Anbringung der Steckdosen, Installation der Lampen etc.) fertiggestellt werden können.

Den Unterricht der Mönche in den Räumlichkeiten von Arya Tara Ling zu beoachten zeigte wie die Zukunft dort aussehen könnte.

Der Bau von Arya Tara Ling schenkt den zukünftigen Nonnen die Möglichkeit Bildung zu erhalten und weiterzugeben. Sodass Wissen florieren kann und neue Dinge entstehen können.

Vorreiterinnen

S.H. Karmapa liegt der Schutz der Umwelt sehr am Herzen. Er gründetet beispielsweise das Projekt mit dem Namen Khoryug.

Bei einem jährlichen Meeting in Dharmalsala (Indien) treffen sich Vertreter*Innen von verschiedenesten Kagyu Klöstern und andere Organsiationen, um gemeinsam über Projekte zum Thema Umweltschutz zu sprechen und Ideen zu sammeln, wie diese in das tägliche Leben zu intregrieren sind.

Einfache Dinge, wie beispielsweise Mülltrenung oder der achtsame Umgang mit Plastik, tragen schon einen großen Teil zum Schutz der Umwelt bei.

In Kathamandu gibt es eine Vielzahl von Klöstern, welche an diesem tollen Projekt teilnehmen. Und auch das Benchen Kloster ist bereits involviert.

Zukünftig kann es auch für die Nonnen von Arya Tara Ling möglich sein, diese Projekte zu unterstützen. Sie haben dort Gelegenheit in Kooperationen mit anderen Klöstern zu treten und vorallem die Nonnen, welche sie bei dem von s.H. Karmapa veranstalteten jährlichen Meeting treffen, über die historische Möglichkeit der vollen Nonnenordination und über ihre klösterliche Einbindung in Arya Tara Ling zu informieren.

So können die Nonnen von Arya Tara Ling als Vorbilder fungieren und als Vorreiterinnen eines revolutionären Ergeinis ihre Erfahrungen, welche sie durch das Leben in Arya Tara Ling sammeln, teilen.

Besuch in der Nagi Gompa

Wie das zukünftige Leben der Nonnen von Arya Tara Ling aussehen könnte, erlebte ich, als ich die Nagi Gompa besuchte.

Die Nagi Gompa liegt wie Arya Tara Ling inmitten von wundervoller Natur. Nur ist die Nagi Gompa wesentich schwerer zu erreichen, denn sie liegt mitten in den Bergen , ca 3 Stunden entfernt von Boudha/Kathamndu.

Doch die wunderschöne Aussicht über das Kathmandu Valley entschädigt den schweren Anstieg auf 2200m allemal.

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Die Nagi Gompa besteht bereits seit 1962.

Gegründet wurde sie von Tulku Urgyen Rinpoche. Über 100 Nonnen befinden sich dort, im Alter von 9-90 Jahren. Tägliche Rituale und Meditationspraktiken der Kagyu und Nyingma Tradition werden mit täglichen Schulungen über die Philosophie des Buddhismus und weltlichen Fächern wie dem Erlernen von Englisch, Tibetisch und Nepali verbunden.

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Außerdem bietet die Nagi Gompa den Nonnen einen Raum für ein Drei -Jahres Retreat. Bereits über 40 Nonnen absolvierten dies, manche von ihnen auch mehrmals.

Doch momentan nimmt der Wiederaufbau des Klosters viel Zeit der Nonnen in Anspruch, denn große Teile der Nagi Gompa wurden durch das schwere Erdbeben im April/Mai zerstört.

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Wiedereinmal wurde mir das große Glück des Benchen Geländes in Pharping bewusst, denn dort gibt es kaum Zerstörungen durch das Erdbeben. Sowohl die Unterkünfte der Mönche, die Shedra (buddhistsiche Universität) ,das Clear Light Retreat Zentrum (wo die Mönche ihr Drei-Jahres-Retreat abhalten) als auch Arya Tara Ling sind vollständig erhalten geblieben.

Inspiriert durch die Möglichkeiten innerhalb der Nagi Gompa, stellte ich mir vor, wie auch die Nonnen von Arya Tara Ling zukünftigt ihr Retreat in Arya Tara Ling abhalten werden.

Der Bau von Arya Tara Ling hält soviele weitere Möglichkeiten bereit. Es ist ein Ort  wo Nonnen praktizieren können, wo sie ein Zuhause finden und Dharma verbreiten können. Auch schafft dieser Bau die Gelegenheit andere Frauen davon zu inspirieren, als gleichwertige Wesen durch die Welt zu schreiten und unmögliches möglich zu machen.

Denn auch die Möglichkeit der vollen Nonnenordination schien lange Zeit unmöglich.

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Das Wissen über die volle Ordination wird sich auch durch den Bau von Arya Tara Ling und durch den baldigen Einzug der Nonnen bald verbreiten. Denn die Nonnen können ihr Wissen teilen und andere Nonnen an ihren Erfahrungen teilhaben lassen. Sie vielleicht dazu inspirieren, die Chance der vollen Nonnenordination wahrzunehmen.

Pharping – schwer erreichbar!

Um die täglichen Fortschritte des Baus von Arya Tara Ling zu dokumentieren und um mit den Verantwortlichen (Sherab Wangchuk, Tempa Yarphel, Jimba Lodrö)  des Projektes vor Ort zu sprechen, wollte ich wieder nach Pharping fahren.

Doch dieses lässt sich nicht so einfach realisieren, denn aufgrund der Benzinproblematik welche ihr hier nochmal nachlesen könnt, gibt es momentan kaum die Möglichkeit Pharping zu erreichen.

Nicht nur das die Taxis kein Benzin haben um dort hin zu fahren und die Preise dafür extrem hoch sind, dazu kommt noch, das ganz Nepal momentan das Dashain Festival feiert und 15 Tage lang die Menschen hier  „Public Holiday“ haben. Viele Geschäfte sind geschlossen und die wenigen Taxen, die  nach studenlangen warten ein paar Liter Benzin ergattern konnten, sind schwer zu finden.

Auch die Lehrerinnen der kleinen Mönche fahren aus diesen Gründen nicht nach Pharping.

Fragwürdig ist auch, welche Ausmaße die Problematiken der  Wasser und Nahrungsmittelversorgung in Pharping angenommen haben. Denn die LKW´s welche Trinkwasser zu dem Benchen Gelände liefern, haben kein Benzin um den Weg bis nach Pharping zurückzulegen.

Alternativen müssen her, so kochen die Mönche nicht mehr mit Gas, sondern mit Feuer und frisches Wasser wird in Flaschen von den umliegenden kleinen Geschäften gekauft.

Die Lehrerinnen fahren, sobald sie die wöchentliche Menge an Benzin bekommen (10 l pro Woche) nach Pharping. Doch ist es fast unmöglich den regelmäßigen Unterricht aufrecht zu erhalten.

Learning by Doing – Take me to your Heart

Üblicherweise hörte ich bei meinem Aufenthalt in Pharping die Stimmen der Mönche, welche Pujas ausführten. Auch liefen manchmal Mönche an mir vorbei, welche Gebete rezitierten, aus den Mauern von Arya Tara Ling erklang ab und zu der Gesang der Bauarbeiter*Innen, das ich dann während meines Besuch von der Tek Chok Ling Nunnery laute Popmusik durch das Gelände schallen hörte,  verwunderte mich dann doch etwas und ich begab mich auf die Suche, wer diese Musik spielte.

Damit gerechnet,  das 12 Nonnen gebannt vor einem Laptop sitzen, bewaffnet mit Songtexten und sich all das in der Schule der Nonnen abspielt, habe ich nicht!

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Ich schaute also etwas ungläubig durchs Fenster des Klassenraums und sah mich wenige Sekunden später mit einem Songtext neben den Nonnen Platz nehmen.

Die Englischlehrerin erklärte mir, das die Nonnen diesen englischen Song während des Unterrichts üben, sich die Wörter einprägen und lernen, was sie bedeuten, um den Song dann später Khenpo Rinpoche vorzusingen.

Eine sehr unkonventionelle Art des Lernens, die mich sehr begeisterte, denn so bekommen die Nonnen einen direkten Bezug zu dem gelernten und verbinden es mit einer locker leichten, spaßigen Atmosphäre, was kann das Lernen leichter machen ?

So kann Schule auch aussehen, gleichzeitig schafft dieses eine Verbindung der Kulturen und lässt die Nonnen ein kleines bisschen  in Westliche Kulturen eintauchen. So entsteht der erste Kontakt zu Interkulturalität.

Sie lernen durch diese Art und Weise des Unterrichtes einen Transfer des Austausches kennen, den sie ein Leben lang nutzen können, und ich bin mir sicher, den Song und die englischen Wörter werden sie nie vergessen.

Denn die Melodie ist immer irgendwo auf dem Klostergelände zu hören.

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Den Song findet ihr übrings hier.

Besuch in Pharping

Am Donnerstag zeigt ich einer Gruppe vom TibetischenZentrum in Hamburg das Benchen Gelände.

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Wir passierten das Einganstor und kamen als erstes zur Shedra (buddhistische Universität) der Mönche . Ein prunkvolles Gebäude, dessen Mittelpunkt der Lakhang (Gebetsraum) bildet. Um diesen bilden sich in U-Form weitere Gebäude, in denen die Klassenräume und ein Teil der privaten Zimmer der Mönche sind.

Wir gingen in den wundervoll gestalteten Lakhang und trafen auf einige der Benchen Mönche.

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Und so ergab sich die Chance, das wir auch in die oberen Stockwerke der Shedra gehen konnten.

Die Mönche führten uns auf das Dach, von wo aus wir einen wunderbaren Ausblick über das gesamte Benchen Gelände hatten und ein Eindruck entsteht in welcher wunderbaren Lage sich dieses Gelände befindet.

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Nachdem sich die Benchenmönche verabschiedeten, zeigte ich ihnen die Retreathäuser und die Stupa von Tenga Rinpoche.

Dort machte ich ein tolles Fotos, von Ani Denchen Palmo,eine Nonne aus Tek Chok Ling, welche die Gruppe begleitete.

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Als ich das Foto von ihr schoss, dachte ich daran, das bald schon die Nonnen von Arya Tara Ling genau an diesem Ort sein werden. Auch Fotos von ihnen gemacht werden und sie mit ihrer weiblichen Kraft diesen Ort erfüllen werden.

Keine Frage, das ich auch Arya Tara Ling besuchte.

So lässt sich immer mehr erahnen, wie die Nunnery mal aussehen wird. Die Aussenfassade steht und der Innenausbau ist in vollem Gange.

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Die Grundelemente der Sanitärenanlagen werden gebaut, so lässt ein Blick in die Räume eine klare Vorstellung zu, wie die Badezimmer einmal aussehen werden. Auch die Verputzung der Wände im ersten OG sind vorbereitetet auf den Innenausbau der zukünftigen Räumlichkeiten der Nonnen.